Was ein Foto mitschreibt, ohne es zu zeigen
Ein Handyfoto ist nicht nur ein Bild. Beim Auslösen schreibt die Kamera zusätzlich einen Datensatz in die Datei, den der Industriestandard Exif beschreibt (herausgegeben von CIPA und JEITA als DC-008). Dort stehen Kameramodell, Uhrzeit und Belichtung, und sofern die Kamera-App den Standort lesen darf, zusätzlich die Koordinate der Aufnahme in den Feldern GPSLatitude und GPSLongitude. Sie ist auf wenige Meter genau.
Ob diese Felder gefüllt sind, hängt an einer einzigen Berechtigung. Ist sie erteilt, schreibt das Telefon still mit. Ist sie es nicht, bleiben die Felder leer, und am Bild selbst ändert sich nichts.
In einer Minute nachgesehen
- Am iPhone ein Bild in der Fotos-App öffnen und nach oben wischen. Erscheint darunter eine kleine Karte, hängt die Koordinate am Foto.
- Auf Android findest du dieselbe Auskunft in Google Fotos hinter der Info-Schaltfläche. Die zugrunde liegenden Felder liest das System über die Klasse ExifInterface, deren Dokumentation die GPS-Tags einzeln aufzählt.
- Am Rechner zeigen die Dateiinformationen des Betriebssystems dieselben Werte an, unter Windows in den Eigenschaften der Datei, am Mac im Informationsfenster der Vorschau.
Warum es Hundebesitzer stärker trifft
Ein Hund wird dort fotografiert, wo der Hund ist, und das ist überdurchschnittlich häufig die eigene Wohnung, der Garten oder der Gehsteig davor. Heikel ist dabei nicht das einzelne Bild, sondern die Menge. Von einer Haustür existiert selten ein Foto, von einem Hund über die Jahre mehrere hundert.
Häufen sich die Koordinaten an einer Stelle, liegt dort sehr wahrscheinlich die Wohnung. Dieselbe Häufung entsteht bei geteilten GPS-Runden, aus einem anderen Grund und mit demselben Ergebnis. Wie das zustande kommt, behandelt der Artikel über geteilte Routen.
Hochladen heißt nicht entfernen
Manche Dienste werfen die Metadaten beim Upload weg, andere reichen die Datei unverändert weiter, und auf den ersten Blick ist beides nicht zu unterscheiden. Statt einer Zusage zu glauben, prüfst du es an der eigenen Datei. Lade ein Bild hoch, hole dir die Kopie zurück, die der Dienst ausliefert, und sieh dir diese Kopie an. Zeigt sie noch eine Karte, ist die Koordinate weiterhin unterwegs.
Wo das Abschalten aufhört zu helfen
Der Kamera die Ortung zu entziehen, wirkt nur für künftige Fotos. Alle Fotos, die bereits auf dem Telefon liegen, behalten ihre Koordinate, und Kopien davon liegen womöglich längst in einer Cloud-Mediathek.
Und die Metadaten sind nur die eine Hälfte. Die andere ist das, was im Bild zu sehen ist. Eine Hausnummer hinter dem Hund, ein Straßenschild am Bildrand oder die Fassade gegenüber führen ohne jede Dateianalyse an dieselbe Adresse. Bei Aufnahmen aus dem Fenster genügt oft schon die Blickrichtung.
Wie Barnaby damit umgeht
Barnaby berechnet jedes ausgewählte Bild noch auf dem Gerät neu, verkleinert es auf Anzeigegröße und speichert es als JPG. Weil die Datei dabei aus den dekodierten Bildpunkten neu entsteht, bleibt vom Exif-Block des Originals nichts übrig, die Koordinate eingeschlossen. Bei Profil- und Hundebildern bricht der Upload ab, wenn dieser Schritt fehlschlägt, statt ersatzweise das unbearbeitete Original zu senden. Bei Fotos in Beiträgen (Runden und Foto-Beiträge) wird im selben Fall das Original hochgeladen; den Fehlschlag meldet die App an unsere Fehlerdiagnose (Sentry), dir wird er nicht angezeigt. Wie wir mit Fotos umgehen, beschreibt Abschnitt 7 der Datenschutzerklärung.
Prüfe ein einzelnes Foto, bevor du hunderte teilst. Wenn dein eigenes Telefon aus einem Bild eine Karte zeichnen kann, kann ein Empfänger das womöglich auch.
