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Kälte, Salz und Dunkelheit: Gassi im Winter

Die meisten Hunde kommen mit Winterrunden gut zurecht. Probleme machen weniger die Minusgrade als das Streusalz an den Pfoten und Autos, die dich und den Hund im Dunkeln zu spät sehen. Kurzhaarige, kleine, alte und kranke Hunde frieren allerdings früher, bei ihnen wird die Runde kürzer.

Von Felix Klieber · Veröffentlicht am 29. September 2026 · Lesezeit ca. 3 Minuten

Was Streusalz an den Pfoten macht

Auftausalz und scharfkantiger Splitt reizen die Ballen. Die Stadt Wien schreibt dazu, beides könne an Hundepfoten zu Verletzungen und brennenden Schmerzen führen. Sie rät, die Pfoten vor dem Spaziergang einzucremen und danach zu waschen. Leckt der Hund das Salz später ab, landet es außerdem im Magen.

Wie viel gestreut wird, regelt jede Stadt anders. In Wien ist Salz im Umkreis von zehn Metern um Wiesen und Bäume grundsätzlich verboten, außer bei extremem Glatteis (Winterdienst-Verordnung). Wege durch Parks und Alleen sind deshalb oft salzärmer als der Gehsteig vor dem Haus. In Berlin sind Auftaumittel auf Gehwegen und Privatgrundstücken ganz verboten, mit Bußgeld bis 10.000 Euro (berlin.de, Stand Ende September 2026; die Regel ist politisch umstritten).

Nach der Runde: zwei Minuten an der Tür

Das Wichtigste im Winter passiert nach dem Spaziergang. Stell ein altes Handtuch und eine Schüssel lauwarmes Wasser neben die Tür, bevor du losgehst, dann ist es in zwei Minuten erledigt.

  • Pfoten einzeln eintauchen oder abspülen, dann Beine und Bauch abwischen. Dort sammeln sich Salz und Matsch, und dort leckt der Hund später.
  • Zwischen den Zehen nachsehen. Hinkt ein Hund im Schnee plötzlich, steckt oft ein Eisklumpen im Fell. Wer das Fell zwischen den Ballen kurz hält, hat weniger davon.
  • Die Ballen ansehen. Rissige oder blutende Stellen gehören in die Praxis.
  • Vor der nächsten Runde wieder eincremen. Hundeschuhe helfen nur, wenn sie gut sitzen und der Hund darin normal läuft.

Wie kalt ist zu kalt?

Eine feste Gradzahl gibt es nicht. Die amerikanische Tierärztevereinigung AVMA nennt Fell, Körperfett, Aktivität und Gesundheit als das, was die Kältetoleranz bestimmt, und rät, Spaziergänge bei großer Kälte zu kürzen. Kurzhaarige Hunde frieren schneller, kurzbeinige auch, weil ihr Bauch durch den Schnee streift. Welpen, alte Hunde und Hunde mit Arthritis, Diabetes, Herz-, Nieren- oder Hormonerkrankungen vertragen Kälte schlechter.

Ein Mantel hilft, solange er trocken bleibt. Ein nasser kühlt mehr, als er wärmt.

Zittert der Hund, winselt er, wird langsamer oder bleibt stehen, reicht es. Dann geht es auf direktem Weg ins Warme. Erfrierungen an Ohren, Schwanz oder Pfoten zeigen sich manchmal erst Tage später, bei Verdacht also in die Praxis.

Zugefrorene Teiche sind tabu, auch wenn das Eis fest aussieht. Und weil Schnee Gerüche überdeckt, finden Hunde im Winter schlechter zurück. Eine Marke am Halsband und aktuelle Chip-Daten sind jetzt mehr wert als im Sommer.

Im Dunkeln gesehen werden

Zwischen November und Februar fällt fast jede Morgen- oder Abendrunde ins Dunkle. Eine dunkel gekleidete Person erkennen Autofahrer laut ADAC erst aus rund 25 Metern, der Bremsweg bei 50 km/h liegt schon bei rund 28 Metern. Helle Kleidung ist aus 80 Metern zu sehen, reflektierendes Material aus bis zu 140.

Für den Hund gilt dasselbe. Ein Leuchthalsband oder ein Geschirr mit Reflektoren macht ihn für Autos und Räder sichtbar. Eine Stirnlampe zeigt dir Glatteis und das, was er gerade vom Boden aufnehmen will.

Dieser Text ersetzt keine Untersuchung. Hinkt dein Hund auch nach dem Abwaschen weiter, oder verändert sich eine Stelle an Ohr, Schwanz oder Pfote, lass sie in der Praxis ansehen.

Quellen

Alle Quellen zuletzt geprüft am 29. September 2026. Tierärztlich ist der Text nicht extern geprüft. Er bleibt deshalb bei dem, was die genannten Stellen schreiben, und nennt keine Grenztemperatur.