Warum hier keine Namen fallen
Eine Liste, die App A gegen App B antreten lässt, kommt fast immer von einer der beiden Seiten und ist entsprechend gefärbt. Nachprüfbar ist sie trotzdem, aber nur mit Aufwand, den kaum jemand vor dem Download betreibt. Die sieben Punkte hier funktionieren anders: Jeder lässt sich in ein bis zwei Minuten selbst am Gerät nachvollziehen, an welcher App auch immer gerade zur Wahl steht.
Das Ergebnis gehört dir. Manche App besteht alle sieben Prüfungen, manche keine einzige, und die meisten liegen dazwischen. Wichtig ist nur, dass du die Antwort selbst gesehen hast statt sie einer Marketingseite zu glauben.
Prüfung 1: Ortung nur während der Runde
Manche Apps fordern Zugriff auf den Standort „immer“, andere nur „bei Verwendung“. Der Unterschied entscheidet, ob die App auch dann noch Position sammelt, wenn du sie längst geschlossen hast.
- iPhone: Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Ortungsdienste → die App antippen und die gewählte Stufe ablesen.
- Android: Einstellungen → Apps → die App → Berechtigungen → Standort, dort stehen „Nur während der Verwendung der App“ oder „Immer zulassen“ zur Auswahl.
Eine Gassi-App hat für „immer“ selten einen Grund — sie muss aufzeichnen, solange die Runde läuft, nicht rund um die Uhr.
Prüfung 2: Gekürzte Route beim Teilen
Eine aufgezeichnete Runde beginnt fast immer an der eigenen Haustür und endet dort wieder. Wird sie ungekürzt geteilt, zeigt sie damit die Wohnadresse. Ob eine App diesen Teil vor dem Teilen entfernt, lässt sich mit einem zweiten Konto testen.
Runde aufzeichnen, mit einem Zweitkonto oder dem Gerät einer Bekannten ansehen, und prüfen, ob Start und Ziel exakt an derselben Stelle liegen wie in der eigenen Ansicht. Tut sich dort nichts, sieht ein Fremder dieselbe Karte wie der Besitzer selbst. Wie eine solche Kürzung technisch aussehen kann, beschreibt der Artikel über geteilte Routen.
Prüfung 3: Sitz und Verantwortlicher
Wer für die Daten haftet und wo der Anbieter sitzt, steht — sofern es ihn überhaupt gibt — im Impressum und in der Datenschutzerklärung, nicht im Store-Eintrag. Fehlt eines von beidem oder verweist es nur auf eine Kontaktadresse ohne Namen, ist das selbst schon eine Antwort.
Innerhalb der EU greift zusätzlich die DSGVO mit Auskunfts- und Löschrechten. Bei einem Anbieter außerhalb lohnt der Blick, ob die Erklärung überhaupt beschreibt, wie eine Anfrage dorthin gestellt wird.
Prüfung 4: Export und Löschung ohne Formular
In den Einstellungen einer App nach „Konto löschen“ oder „Daten exportieren“ suchen. Findet sich dort direkt ein Weg, ist das ein gutes Zeichen. Verweist die App stattdessen auf ein externes Kontaktformular oder eine E-Mail-Adresse, bei der offenbleibt, wer sie liest und wie lange es dauert, ist das ein Umweg, den man vorher kennen sollte.
Prüfung 5: Tracking vor der Einwilligung
Direkt beim allerersten Start beobachten, in welcher Reihenfolge die Dialoge kommen: Fragt die App zuerst nach dem Standort und erst danach nach einer Einwilligung zur Datenverarbeitung, oder ist es umgekehrt? Läuft im Hintergrund bereits eine Aufzeichnung, bevor überhaupt ein Zustimmungs-Dialog erscheint, ist das ein Warnzeichen, das sich beim ersten Start ein einziges Mal beobachten lässt — danach ist der Moment vorbei.
Prüfung 6: Angeforderte statt gebrauchte Berechtigungen
Ein Blick in die Berechtigungsliste (iPhone: Einstellungen → die App; Android: Einstellungen → Apps → die App → Berechtigungen) zeigt oft eine einzelne Zeile, die zur Aufgabe „Runde aufzeichnen“ nicht passt: Kontakte, Kalender oder Mikrofon-Zugriff bei einer App, die keine Sprachnachrichten kennt. Eine geforderte Berechtigung heißt nicht automatisch Missbrauch, aber jede zusätzliche Zeile ist eine zusätzliche Fläche, die im Ernstfall etwas preisgeben kann.
Prüfung 7: Privat oder öffentlich als Startzustand
Ein frisch angelegtes Konto sollte erkennen lassen, wer die eigenen Runden von Anfang an sehen kann: niemand, nur bestätigte Kontakte, oder jede Person mit der App. Steht die Sichtbarkeit ab dem ersten Tag auf „öffentlich“ und lässt sich das nur über mehrere Menüs zurückdrehen, bekommt jeder Fremde die Route mit, solange die Einstellung nicht gefunden wurde.
Was du danach weißt
Führe die sieben Prüfungen an jeder App durch, die du in Betracht ziehst — auch an Barnaby. Was du dabei siehst, ist die einzige Antwort, die nicht von uns kommt.